Urlaubsbericht Ägypten / Dahab 2002

Tauchbasis : Lagona Divers
Hotel : Lagona Village
Zeit : Mai 2002


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Im Mai 2002 flog ich, für zwei Wochen nach Dahab auf der Sinai Halbinsel Ägyptens. Mit meinem Buddy Christian traf ich mich in München zum Weiterflug nach Sharm El-Sheikh. Dort wurden wir dann vom Flughafen abgeholt. Wir trafen, wie verabredet, in unserem Hotel auf der Tauchbasis  ein weiteres befreundetes Taucherpärchen Hedwig und Dieter. Nach dem Einchecken im Hotel am späten Nachmittag, checkten wir eine Stunde später bereits auf der Basis ein. Platz für unser Tauchequipment hatten wir genug. Bei der ersten Sichtung der Basis machte diese einen ordentlichen Eindruck. Tillmann und Lydia die beiden Basisleiter hatten uns bereits für den nächsten Tag auf die Tauchliste, zusammen mit Hedwig und Dieter, zum Checktauchgang gesetzt.

Am nächsten Tag ging es erst einmal mit dem Jeep in den Süden. Barbie, unser Guide führte uns zum Happy Life House Reef, welches gleich unterhalb des Partner-Hotels Happy Life liegt. Das Happy Life erreicht man, wenn man  etwa eine halbe Stunde mit dem Jeep durch die Wüste fährt und liegt, ziemlich einsam, außerhalb von Dahab. Ein paar Bretter an Palmenstümpfen befestigt, Palmenwedel als Sonnenschutz, Palmenstücke im Rücken, Decken und Sitzkissen auf dem Boden, ein Tisch in der Mitte, so machten wir Rast und ruhten uns aus. Hier wurde von den Beduinen der Gegend in einem kleinen Küchenhäuschen unser leckeres Mittagessen für wenig Geld zubereitet. Mann konnte hier nicht nur unter verschiedenen Speisen, wie Spaghetti oder Pizza etc., auswählen sondern bekam auch Tee oder andere Getränke. Wärmstens zu empfehlen : Pause machen beim Ealgarden, das Essen und die Portionen sind unglaublich! Diese Pausen dauerten im Schnitt bei ca. 3 bis 3,5 Stunden.

Für unseren zweiten Tauchgang fuhren wir dann noch ein kleines Stück weiter südlich zu den Tripple Pools. Die Wassertemperatur betrug etwa 23 bis 24°C und die Sichtweiten waren klasse.

Auf der Basis zurück wurde erst der Pickup mit dem Tauchgepäck entladen, dann wurde selbiges sofort ausgespült. Mann hängte es dann für 2 bis 4 Stunden zum Trocknen auf, bevor man es wieder in den Equipmentraum Nachts unter Verschluß brachte. Anschließend wurde das Logbuch bei einem Schwätzchen und dem obligatorischen Deko-Bierchen auf der Basis geschrieben. Hier konnte man anschließend noch sehr schön bis zum Abendessen zusammensitzen. Lydia, die Basisleiterin stellte am späten Nachmittag jeweils die Listen für den nächsten Tag zusammen und hängte sie dann aus. Auf diesen Listen standen neben den Tauchplätzen die Guides, Jeeps und Pickups sowie die Taucher einer jeden Gruppe. Die Gruppen wurden soweit möglich nach ihren Taucherfahrungen zusammengestellt. Es befremdete mich doch sehr, dass die Listen ohne jede Rücksprache mit den Tauchern erstellt wurden.

Abends und an den folgenden Tagen mussten wir feststellen, dass unser Hotel nur zu einem sehr kleinen Bruchteil ausgebucht war. Aufgrund des Gästemangels gab es nur in den ersten Tagen Abendessen in Buffetform. Danach wurde das Essen direkt serviert. Die Menüs wurden vom Hotel zusammengestellt. Beim Abendessen stellte sich heraus, dass unser Hotel weder eine Konzession zum  "Alkohol"-Ausschank hat, noch eine Bar oder ähnliches bot. Allerdings war es zum Ortskern nicht sehr weit, nur 20 Geh-Minuten oder für 5 LE per "Taxi" ca. 4 Minuten.

Dahab machte einen sehr schönen Eindruck. Es gab Geschäfte mit Gold- und Silberschmuck, Papyros, kleine Supermärkte, eine Bank mit EC-Automaten, Photolabors, Internet Caffes, viele verschiedene Restaurants und Bars. Neben der Bautätigkeit der Promenade viel doch auf, dass verhältnismäßig wenig Touristen zu verzeichnen waren.

In den nächsten Tagen lernten wir unseren erfahrenen Guide Barbie sehr schätzen. Sie war eine Augenweide, unterhaltsam, und unter Wasser angenehm Ruhig, so dass man sie kaum bemerkte. An dieser Stelle sei angemerkt, dass Basisseitig Wert darauf gelegt wurde, dass alle Tauchgänge geguidet werden. Anfangs befremdete mich dies sehr, da ich ausgebildeter Taucher bin und somit normaler Weise mit meinem Buddy ohne weiteres selbst auf Erkundung gehe. Später störte es mich nicht mehr, da wir mit unseren Guides sehr viel Glück hatten !  Wir betauchten in den folgenden vier Tagen, zusammen mit Barbie, The Bells, das legendäre Blue Hole, die Caves, Muray und Light House. In diesen Tagen wurden Hedwig und Dieter einer anderen Gruppe mit weniger Erfahrung zugewiesen. Dafür lernten wir nun ein weiteres Paar, Karin und Jürgen, kennen.

Am sechsten Tag wurde unserer Gruppe von der Basis ein anderer Guide zugewiesen. Hiervon war unsere Gruppe anfangs nicht sehr begeistert. Hedwig und Dieter stießen nun wieder zu unserer Gruppe, nachdem sie ihr Veto bei Lydia eingelegt hatten. Denn wir hatten uns ja nicht um sonst dort zusammen gefunden, wir wollten zusammen Tauchen. Nun begann unser Taucherurlaub erst richtig. Die Gruppe passte ausgezeichnet zusammen. Rade, unser neuer Guide war kaum zu merken. Rade ist ein einheimischer Beduine der in diesem Tauchrevier bereits über 7000 Tauchgänge in den letzten Jahren absolviert hat. Diese Erfahrung ist halt durch nichts zu schlagen.

Mit Rade sind wir dann später auch nach Ras Mohamed im Naturschutzgebiet von Sharm El-Sheikh gefahren. Geplant waren hier drei Tauchgänge. Gleich bei unserem ersten Tauchgang erwischte uns in der Yolanda Bay Sharks Reef eine solche Gegenströmung, dass wir nur mit äußersten Mühen diese bewältigen konnten. Wir hatten kurz zuvor noch angenehme Strömung in unsere Richtung, dann mussten wir allerdings über einen Kamm hinweg. Hier herrschte solch ein "Gegenwind", dass wir uns doch zeitweilig festhalten und ausruhen mussten, um dann wieder einige Meter weiter zu kommen. Hedwig schaffte diese Gegenströmung nicht aus eigener Kraft, wir konnten ihr nicht einmal helfen. Auf einem Mal schoss Rade wieder an uns vorbei, nahm Hedwig in Schlepp, rauschte mit ihr zusammen wieder an uns vorbei und brachte sie hinter dem Kamm in den Strömungsschatten. Rade zeigte uns all dies bereits im Vorfeld an : Gegenströmung, dicht am Boden halten und über den Kamm hinweg, dann wird es wieder ruhiger. So war es dann auch. Anschließend kamen wir ohne jede weitere Strömung wieder zu unserem Ausgangspunkt zurück. Wir waren alle so ausgepumpt, dass die meisten von uns mittlere bis starke Kopfschmerzen durch die Überanstrengung hatten. Wir machten hier dann noch einen weiteren gemeinsamen Tauchgang zum Anemone Bay, zum Teil mit Kopfschmerzen bzw. Hedwig wurde bei diesem Tauchgang noch übel und brach diesen dann nach kurzer Zeit ab. Anemone Bay ist ein herrlicher Tauchplatz mit Hunderten von Anemonen, dicht bei dicht. Hunderte von Clownsfischen schwebten über all dem und brachten richtig Farbe hinein. Diesen Anblick werde ich so schnell nicht wieder vergessen. Jürgen, Christian und Rade machten sogar noch einen dritten, wunderschönen Tauchgang und hatten hier gleichzeitig eine Muräne, einen Napoleon und einen Zackenbarsch vor Augen.

Ich möchte an dieser Stelle ausdrücklich unseren beiden Guides Rade und Barbie nochmals herzlichst danken !

So vergingen die Tage im Fluge. Die Riffe und Tauchplätze rund um Dahab waren insgesamt sehr schön. Bootstaucher kommen in Dahab leider nicht auf ihre Kosten, da mit Ausnahme eines Tauchplatzes alle Anderen nur mit dem Jeep von Land angesteuert und betaucht werden können. Die Artenvielfalt könnt ihr den Bildern unten entnehmen, wobei diese nur einen kleinen Ausschnitt darstellen. Auch unser Nachttauchgang im Canyon war herrlich und unvergesslich.

Abschließend muss ich noch zwei Randbemerkungen loswerden :

Zum Einen ergab es sich, dass es ab dem vierten Tag auch auf der Basis kein Deko-Bier mehr gab. Dies lag daran, dass die Basis auch keine Lizenz hierfür hatte und die Polizei dies unterbunden hat. Der neue Bürgermeister scheint sehr darauf zu achten und scheint ziemlich weit ab von allem weltlichen zu sein. Es ist mir sehr wohl bewusst in welchem Land ich im Urlaub war. Es geht hier auch nicht ums Besaufen. Biertrinker lasst euch gesagt sein, in Dahab gibt es nur wenige Möglichkeiten (2 Bars, ein Chinesisches Restaurant, und ggf. in größeren Hotels) abends in ruhen ein Bier zu trinken. Aber es gibt auch die Möglichkeit, wenn auch sehr eingeschränkt, sich sein Bier z.B. beim Chinesen zu kaufen und mitzunehmen. Dann kann man auch auf der Basis, nach dem Tauchen, sein Deko-Bierchen genießen.

Zum Anderen lies leider die Organisation auf der Basis manchmal etwas zu wünschen übrig. Wer sich vor Ort eine Kamera leihen möchte soll pro Tag für eine MX5 von Sea&Sea 25 Euro zahlen (Neupreis ca. 230 Euro), dies halte ich für absolut überteuert. Ich finde es toll, dass die Lagona Divers auch Tauchlehrer ausbilden, die dann als Guides mitgehen. Allerdings bleiben diese nur ca. ein halbes Jahr auf der Basis, so das man hier noch nicht von allzu viel Erfahrung sprechen kann. Zumal, wenn Diese dann etwa gleich viele Tauchgänge im Logbuch stehen haben, wie unser einer. Unter diesen Bedingungen nur geguidete Tauchgänge zu machen, halte ich für daneben.

Der Urlaub war ein voller Erfolg. Ich habe mit meinem Buddy und der gesamten Gruppe sehr viel Spaß gehabt und viel erlebt. Trotz meiner Tauchaktivitäten, von 26 Tauchgängen in 14 Tagen, konnte ich doch mal wieder richtig abschalten und mich erholen. Ich grüße auf diesem Weg noch mal alle recht herzlich : Christian, Hedwig, Dieter Karin, Jürgen, Rade, Barbie, Andreas, Lydia, Tillmann und die Rüsseltaucher, wie Jörg.

Abschließend danke ich meinen Tauchkollegen, die mir einige der Bilder auf dieser Seite zur Verfügung gestellt haben.



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